Der Skibetrieb endet täglich um 15.00 Uhr | Letzte Talfahrt mit der Gamsgartenbahn: 16.15 Uhr.
Stubai
Sonnenskilauf
Blick ins Skigebiet Stubaier Gletscher Schneekristall Pavillon
ab € 122,-

Angebot gültig vom 06.05.2017 - 18.06.2017

  • 2 bis 7 Übernachtungen mit Frühstück oder Halbpension oder in einer Ferienwohnung
  • 2 1/2, 3, 4, 5 oder 6 Tage Skipass für den Stubaier Gletscher
  • Gratis Skipass für Kinder unter 10 Jahren (in Begleitung eines Elternteils)

 

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Eishöhle Gletscher Phänomene

Station 1

Gletscher sind faszinierende Gebilde. Sie prägen unsere Landschaft.

Am Gletscher finden wir Spalten, Mühlen, Tische, Moränen ... Die Eisgrotte zeigt an der Station 1 einige dieser Phänomene, die Sie rundum am Stubaier Gletscher sehen können. Auf dem weiteren Weg zeigen wir Ihnen wie einige dieser glaziologischen Sonderformen entstehen und wie Gletscher funktionieren.
Auf den unten dargestellten Bilder sind einige dieser Gletscher Phänomene dargestellt.

Gletscher Tisch- Gletscher Phänomen
Eisgrotte Stubaital Station 1 Gletscher Phänomene
Gletscherbach Gletscher Phänomen Stubaital
Gletschermilch Stubaital Eishöhle
Gletscherspalte Stubaital Gletscher
Gletschermühle Stubaital Eishöhle
Schmelzwasserbach im Stubaital
Sanderfläche Gletscherphänomen Stubaital

Fliessbewegung

Station 2
Gletscher fließen unter dem Einfluss der Schwerkraft talwärts.

Die jährlichen Fließgeschwindigkeiten unserer Alpengletscher betragen wenige Meter bis über hundert Meter pro Jahr. Am schnellsten fließen die Gletscher in den steilen Bereichen. Im Sommer ist die Bewegung schneller als im Winter, weil das Schmelzwasser die Reibung am Untergrund verringert und das Eis so schneller über das Gletscherbett gleiten kann. Sind die Massenbilanzen positiv, nimmt der Gletscher an Masse zu, weil mehr Schnee den Sommer überdauert als Eis an der Zunge schmilzt.

In Folge positiver Massenbilanzen steigt auch die Fließgeschwindigkeit des Eises, der Gletscher stößt vor.Wenn an einer Zunge mehr Eis abschmilzt als durch die Fließbewegung des Gletschers nachkommt, wird der Gletscher kleiner. 

Die gängige Bezeichnung „die Gletscher ziehen sich zurück“ ist irreführend, da das Eis naturgemäß immer nach unten fließt.

Eisgrotte Station 2 Fließbewegung des Gletschers

Grundmoräne

Station 3

Der Gletscher transportiert Gestein, das zwischen Gletscher und Untergrund fein zerrieben wird und die Grundmoräne bildet. In das zerriebene Gestein sind größere Blöcke eingelagert. Schmilzt der Gletscher ab, bleibt die Moräne zurück.

Bei Station 3 ist der Untergrund des Schaufelferners sichtbar

Grundmoräne Gletscher Stubaital

Gletschermilch

Station 4

Der Gletscher zerreibt das Gestein zu feinem Mehl. Die Sedimente geben den Gletscherbächen ihre charakteristische Farbe. Die milchige Trübung des Gletscherabflusses hat zur Bezeichnung Gletschermilch geführt. Jeden Monat werden mehrere Tonnen Sand in den Gletscherbächen transportiert. Beispielsweise wurden in der Ruetz Schwebstofffrachten von 150.000 bis 240.000 Tonnen pro Monat gemessen. Das entspricht in etwa 10.000 bis 20.000 LKW Ladungen.

Einschlüsse im Gletscher

Station 5

Die Gletscherflächen in der Eisgrotte sind nicht rein weiß bzw.transparent, sondern teilweise mit Schotter, Steinen oder Blasen durchsetzt. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.

STATION G 5-1 SEDIMENTGEFÜLLTE GLETSCHERMÜHLE

Durch das Schmelzwasser entstehen im Eis Kanäle. Verlaufen diese senkrecht durch das Eis, werden sie als Gletschermühlen bezeichnet. Diese Kanäle können zufrieren oder wie in Station G 5-1 sichtbar mit Sedimenten oder Steinen gefüllt werden.

STATION G 5-2 BLASEN

Der am Gletscher fallende Schnee verdichtet sich innerhalb mehrerer Jahrzehnte zu Gletschereis. Die im Schnee und Firn befindliche Luft wird dabei in Blasen eingeschlossen, die man im Gletschereis sieht. Nahezu blasenfreies Eis entsteht im Frühjahr, wenn Schmelzwasser an der unterkühlten Eisoberfläche wieder gefriert.

STATION G 5-3 SCHOTTER

Dieser Schotter scheint unsortiert. Wahrscheinlich handelt es sich um eine ehemals supraglaziale (= an der Eisoberfläche) Ablagerung, die ebenfalls durch die Eisbewegung verkippt wurde.

STATION G 5-4 SAND

Diese senkrecht stehende Sandschicht wurde ursprünglich mit dem Schmelzwasser in den Gletscher transportiert und in einer Vertiefung waagrecht abgelagert. Durch die Eisbewegung wurde die Struktur aufgekippt.

Eisgrotte Stubaital Station 5 Einschlüsse im Gletscher
Sedimentgefüllte Gletschermühle Stubaital
Blasen Einschlüsse Eishöhle Tirol
Schotter Ablagerungen des Gletschers Stubaital
Sandeinschlüsse in der Eishöhle Stubaital

Exoten im Gletschereis

Station 6

IN DER EISHÖHLE WIRD EINIGES IM EWIGEN EIS KONSERVIERT

Im Zuge der Grabungen der Eisgrotte wurden vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Eisproben genommen. Eine der Proben enthielt Pilzsporen. Diese wurde vor mehr als 100 Jahren vom Wind auf den Schaufelferner transportiert, im Schnee abgelagert und in Gletschereis eingeschlossen.Immer wieder wird Staub aus der Sahara durch den Wind in die Alpen transportiert, lagert sich am Gletscher ab und wird im Eis konserviert. Hornmilben und andere Gliederfüßer werden häufig vom Wind auf den Gletscher verfrachtet und im Eis eingeschlossen.In Gletscherbereichen, die nicht fließen, können so sehr alte Relikte überdauern (z. B. Der Eismann „Ötzi“ 5.000 Jahre)

Sedimente im Gletschereis Tirol, Stubaital

Schichtungen Sommer und Winter

Station 7

Das Eis in der Höhle zeigt eine jahreszeitliche Schichtung: Im Sommer bildet sich durch die Schmelze eine dunkle Schicht, sie enthält Staub und Sand, der über den Sommer auf den Gletscher geweht wird.
Die Winterschicht ist hell.

Schichtungen in der Eishöhle Tirol

Temperaturhaushalt

Station 8
Im Gletscher ist die Temperatur konstant 0°C. Deshalb erscheint Ihnen die Temperatur in der Eisgrotte im Sommer kalt und im Winter warm. Dazu kommt, dass jeder Besucher Wärme abgibt (100 Watt) und damit die Luft in der Eisgrotte erwärmt.

Optische Eigenschaften

Station 9

Enthält Eis viele Luftblasen erscheint es weiß. Blaues Licht kann am weitesten in Gletschereis eindringen. Hinter einer einen Meter dicken Eisschicht ist noch 25 % des blauen Lichts, aber nur mehr 1 % des roten Lichts vorhanden.

Da das rote Licht am schnellsten absorbiert wird, erscheint Eis blau.

VOR ORT IN DER EISGROTTE:

Nehmen Sie bitte die Lampen an Station 9 und leuchten Sie einmal mit dem roten Strahler und einmal mit dem blauen Strahler in das Eis. Überzeugen Sie sich selbst von den optischen Eigenschaften des Gletschereises.

Aktiver Gletscherschutz

Station 10

ERFOLGREICHE SCHNEE-KONSERVIERUNG

Die letzten Jahrzehnte ziehen sich die Gletscher zurück. Den Stubaier Gletscher hat es dabei gut getroffen, denn er kam als einer der ersten in den Genuss von Pionierleistungen zu aktivem Gletscherschutz.

In den Anfangsjahren zum dritten Jahrtausend überlegten sich Wissenschaftler und Praktiker, wie man das Abschmelzen an besonders neuralgischen Punkten weitgehend verhindern oder zumindest erheblich verlangsamen könnte.

Anhand der „Gletschertische“, bei denen ein Gesteinsblock an sonnigen Tagen den Eissockel vor Ablation schützt, kamen sie auf die Idee, die Schneedecke mit einem Vlies abzudecken.

SO TEUER SIND UNS DIE GLETSCHER

Die Rettungsmaßnahmen für Gletscher sind allerdings sehr kostenintensiv, denn sie erfordern einen großen Aufwand an Personal und Arbeitszeit. Für die Vliese, die im Frühjahr am Stubaier Gletscher auf einer Fläche von zehn Hektar aufgetragen und mit Sandsäcken beschwert werden, wurde eine eigene Auf- und Abwickelmaschine konzipiert. Dennoch sind acht Mitarbeiter und zwei Pistengeräte im Frühjahr beim Ausbreiten einen Monat und im Herbst beim Abtragen drei Wochen lang beschäftigt. Die weißen Vliese sind etwa fünf Millimeter dick, reißfest, witterungsbeständig und können kostensparend bis zu drei oder sogar vier Saisonen wieder verwendet werden. Allerdings haben sie auch ihren Preis, da für sie eine eigene Aufbewahrungshalle errichtet werden musste.

Insgesamt kostet der Gletscherschutz ein paar Hunderttausend Euro im Jahr, die ausnahmslos von den Gletscherbahnen bezahlt werden. Die Investitionen sind jedoch gerechtfertigt, denn Gletscher und Skibetrieb müssen so nicht um ihre Zukunft bangen.

Gletscherschutz

Gletscherschliff

Station 11

Der Felsuntergrund wird durch den darüber fließenden Gletscher und die im Eis mitgeführten Steine abgeschliffen. Der vom Gletscher bearbeitete Fels hat ein unverwechselbares Aussehen und wird als Gletscherschliff bezeichnet.

Die charakteristischen Kratzer im Fels nennt man Kritzer.Es können auch ganze Stücke aus dem Fels herausgebrochen werden. Anhand dieser Spuren ist es möglich, für eiszeitliche Gletscher die Fließrichtung des Eises zu bestimmen.Beim „Polieren“ der Felsen entsteht besonders feines Sediment. Dieses gelangt in das Schmelzwasser und führt zur charakteristischen Trübung des Gletscherabflusses, der auch als “Gletschermilch“ bezeichnet wird.
Erfahren Sie mehr über Gletschermilch bei Station 4.

Gletscherschliff Stubaital Eishöhle

Gletscherrückgang

Station 12

Das untenstehende Bild zeigt die Veränderung des Schaufelferners seit 1850. Zu dieser Zeit erreichten die Gletscher die größte Ausdehnung seit der letzten Eiszeit. Auf dem Bild ist gut erkennbar sind die Seitenmoränen nach der letzten Gletscherausdehnung im Jahr 1850. Von diesem Gletscherhochstand zeugen noch zahlreiche eindrucksvolle Seitenmoränenwälle. Unter anderem fahren Sie mit der Gondel der Eisgratbahn auf der 2. Sektion über ein besonders schön ausgeprägtes Exemplar.

ENTWICKLUNG DES GLETSCHERKLIMAS

Zum Hochstand der letzten Eiszeit vor etwa 20 000 Jahren waren die Alpen bis zu den großen Seen im Alpenvorland mit Eis bedeckt, nur die höchsten Gipfel ragten heraus. Vor 10.000 Jahren wurde es wärmer, und die Gletscher in den Tälern schmolzen ab, übrig blieben Gletscher die ähnlich groß und auch kleiner waren als heute. Die kleine Eiszeit brachte um 1250 eine Abkühlung, in der Folge erreichten die Gletscher um 1850 einen Hochstand innerhalb der letzten 10.000 Jahre. Seither gehen die Gletscher, unterbrochen von kurzen Vorstößen um 1870, 1920 und 1980, zurück.

BILD

Die Abbildung zeigt die nacheiszeitliche Temperaturentwicklung im Ostalpenraum. Aus der bisher erfassten Gletscherausdehnung und den Wald- und Baumgrenzlagen wurde die Entwicklung der Sommertemperatur (Mai-September) für die letzten 11.000 Jahre abgeleitet. In über 65% dieser Zeit lagen die Temperaturen über dem Mittelwert von 1980-90, in der Grafik sind das die roten Bereiche.

Eisgrotte Stubaital Station 12 Gletscherrückgang

Der Gletscher

Station 13

GLETSCHER ENTSTEHEN DORT, WO SCHNEE MEHRERE JAHRE NICHT SCHMILZT

Er bleibt liegen und wandelt sich über mehrere Jahrzehnte in Gletschereis um. Dabei verdichtet sich der lockere Schnee von 300 kg/m³ in einem Jahr zu Firn mit 700 kg/m³. Die Verdichtung geht dann langsam kontinuierlich weiter bis nach etwa 30 Jahren das Endstadium „Eis“ mit 917 kg/m³ erreicht wird. Unter dem Einfluss der Schwerkraft verformt sich das Eis, das ständig in Bewegung ist. So fließt ein Gletscher mit mehreren Metern pro Jahr talwärts.

An manchen Stellen sind die Kräfte so groß, dass das Eis nicht mit plastischer Verformung reagieren kann, etwa an Geländekanten und über Felsbuckeln im Untergrund.

Dann bilden sich Risse, die sogenannte Gletscherspalten. Durch das Schmelzwasser entstehen im Eis Kanäle. An der Oberfläche bildet Schmelzwasser einen mäandrierenden Bach, der durch die Gletschermühlen (senkrechte Kanäle im Eis) den Untergrund erreicht und dann am Gletschertor wieder zutage tritt.

Der Schaufelferner

Der Gletscher vor dem Sie stehen, ist der Schaufelferner. „Ferner“ ist im tiroler Sprachgebrauch eine andere Bezeichnung für „Gletscher“. Das Eis des Schaufelferners ist bis zu 70 m dick. An der Gletscherzunge (= oft zungenförmiger, unterer Teil eines Gletschers) schmilzen an einem heißen Sommertag bis zu 10 cm Eis. Den ganzen Sommer über können mehrere Meter Eis schmelzen (= Zehrgebiet). An den höher gelegenen Bereichen des Gletschers bleibt über das ganze Jahr Schnee liegen (= Nährgebiet).

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