Wie funktioniert die Pistenpräparierung am Stubaier Gletscher?

Pistenraupe am Stubaier Gletscher mit Seilwinde bei Sonnenuntergang.

Schön griffig, hart, aber nicht eisig und perfekt zum Carven – so wünscht man sich die Pisten am Stubaier Gletscher. Hier kommen unsere Piloten vom Pisten-Team zum Einsatz. Abends, wenn alle Ski-Gäste den Stubaier Gletscher verlassen haben, sind sie aktiv. Auch wenn es schon dunkel ist, präparieren sie Nacht für Nacht mit ihren Pistenraupen, damit am nächsten Morgen die Gäste wieder ihre Schwünge in den Schnee ziehen können.

ABER WAS IST PISTENPRÄPARIERUNG EIGENTLICH UND WARUM WERDEN PISTEN PRÄPARIERT?

Mit Pistenpräparierung ist die mechanische Verdichtung von Schnee zu einer Piste gemeint. Dabei wird mithilfe eines Pistengerätes der Schnee verfestigt und so optimale Bedingungen für das Skivergnügen am Stubaier Gletscher geschaffen. Denn auf einer verdichteten und frisch präparierten Schneedecke lässt es sich nicht nur besser Skifahren, Langlaufen oder Winterwandern, sie ist außerdem resistenter gegen Wärmeeinbrüche und hält dementsprechend äußeren Einflüssen länger Stand.

Stubaier Gletscher Pistenraupe bei Nacht

Wann werden die Pisten präpariert?

Die Pistenpräparierung am Stubaier Gletscher findet abends und nachts statt. Durchschnittlich sind unsere Pistenraupen dabei pro Tag ca. sieben Stunden auf der Piste. Bei trockenem Wetter wird gleich nach Betriebsschluss gestartet, um ein optimales Aushärten der Pisten für den nächsten Tag zu gewährleisten. Mindestens acht Stunden braucht die Piste zum Aushärten, um am nächsten Tag die perfekten Bedingungen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Bei Schneefall wird in der zweiten Nachthälfte präpariert, damit am Morgen der Neuschnee bestmöglich verdichtet werden kann.

Pistenpräparierung am Stubaier Gletscher bei Dämmerung am Windachferner

Und wie wird eine Piste präpariert?

Die Pistenraupe am Stubaier Gletscher presst den Neuschnee an, vermischt ihn mit dem darunterliegenden Altschnee und stellt so eine tragfähige Schicht her. Wenn kein Neuschnee vorhanden ist gleichen die Fahrer:innen die durch Wind, Wetter und Skifahrer:innen entstandenen Pistenschäden durch Abtragen von Schnee oder Auffräsen der Eisschichten aus. Bei steileren Abschnitten wird zur Pistenpräparierung eine Seilwinde unterstützend herangezogen. Die Windenmaschinen sind unsere stärksten Schubmaschinen. Ziel ist eine perfekte Verteilung des Schnees auf der Piste.

Eine optimal präparierte Piste hat dann die allseits bekannten „Rillen“.

Präparierte Pisten am Stubaier Gletscher

Aber wieso hat die präparierte Piste eigentlich Rillen?

Die Rillen bieten eine größere Oberfläche und ermöglichen es, dass die Nachtluft so den Schnee besser herunterkühlen und verfestigen kann. Außerdem sorgen die Rillen für ein weicheres und damit schöneres Fahrgefühl als auf einer komplett ebenen Piste.

Wie funktioniert ein Pistenfahrzeug? Im Dunkel sehen die Fahrer:innen doch gar nichts?

Die Pistenraupen von heute haben mit dem „Ratrak“ von damals nicht mehr viel gemeinsam. Sie sind Hightech Fahrzeuge deren Cockpits optisch dem eines Flugzeuges ähneln. Somit haben die Pistengerätefahrer:innen viele elektronische und zum Teil GPS gestützte Hilfen, die sie durch die Nacht begleiten. Sie können auf den Bildschirmen wichtige Informationen ablesen und auch den eigenen sowie den Standort der Kolleg:innen beobachten. Außerdem haben die Held:innen der Nacht die Einstellungen und Parameter ihres Fahrzeugs stets im Blick.

Im Cockpit des Pistengeräts werden den Fahrer:innen auf einem Bildschirm Einstellungen an der Fräse, an der Überkopfwinde oder der Beleuchtung angezeigt. Gleichzeitig kontrollieren sie auch verschiedene Parameter, wie Dieselmotordrehzahl, Motortemperatur, Öldruck, und vieles mehr.

Gelenkt werden die ca. 13 Tonnen schweren Pistengeräte am Stubaier Gletscher mit einem Lenkrad oder zwei Sticks. Dabei reagieren sie ganz sensibel auf jede noch so kleine Bewegung. Mit viel Gefühl müssen die Pilot:innen auch das große Schild des Fahrzeugs behandeln. Über einen Joystick steuern sie alle Bewegungen des Schildes. Diese werden proportional ausgeführt, um einen sanften Umgang zu gewährleisten.

Mit an Board an allen Stubaier Gletscher Pistengeräten ist ein Flottenmanagement System. Einige verfügen sogar über ein Schneemanagement System, welches die Schneehöhe unter dem Pistengerät misst.

Stubaier Gletscher Pistenraupe Cockpit Bildschirm
Vier Pistenraupen stehen vor der Dresdner Hütte auf der Piste mit Scheinwerfern.
Cockpit einer Pistenraupe am Stubaier Gletscher
Vier Mitglieder des Stubaier Gletscher Pistenteams mit ihren Pistengeräten vor der Dresdner Hütte

Was ist das Flottenmanagement System?

Ein Flottenmanagement System ist ein System um Fahrzeuge aller Art (z.B. Pistengerät, LKW, Skidoo) in einem Skigebiet zu monitoren. Dabei werden Fahrzeugdaten wie z.B. Kraftstoffverbrauch, Fahrzeit und Standort ermittelt. In einer Übersicht werden dann die Daten dargestellt und sind über den PC abrufbar.

Das SNOWsat Schneemanagement System ermöglicht auch bei schlechter Sicht die Fahrspur zu halten und stellt immer exakt fest, wo sich das Pistengerät gerade befindet bzw. auch, wo die anderen Kolleg:innen der Pistenpräparierung sich aufhalten. So wird ein gefährliches Verlassen der Piste bei schlechter Sicht sowie Kollisionen mit anderen Pistengeräten verhindert. Gleichzeitig misst das System die Schneehöhen und kann auch schon gefahrene Fahrspuren, Pistenränder, Hindernisse wie Gebäude, Liftstützen oder Schneeerzeuger anzeigen.

So entsteht der Präparierungsbericht

Und so entsteht dann auch der Präparierungsbericht am Stubaier Gletscher. Das SNOWsat System zeichnet die GPS Daten aller gefahrenen Fahrspuren auf. Die Fahrten aller Pistengeräte werden auf einer Karte zusammengefasst und auf der Website ausgespielt.

Welche Geräte sind am Stubaier Gletscher im Einsatz?

Am Stubaier Gletscher sind für die Pistenpräparierung 15 Pistengeräte der Firma Pistenbully und ein Fahrzeug der Firma Prinoth im Einsatz. Fünf Fahrzeuge sind mit dem Schneehöhen Messsystem ausgestattet.

DIE LEISTUNGEN IM ÜBERBLICK

Verbrauch: bis zu 40 l/Stunde, Solomaschinen bis zu 28 l/Stunde

Leistungen der Stärksten: 520 PS

Höchstgeschwindigkeit: 23 km/h

Gewicht: bis zu 13 Tonnen

Kosten: bis zu € 600.000

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