Family Park & Powder Day: Day I

Erfahrungsbericht: Zwei Tage bei den BIG FAMILY Park & Powder Days

Winter | Familie | Freeride | Snowpark
08.01.2025
Erstellt von Irene Walser

Den Profis nacheifern und was Neues ausprobieren

Es ist ein traumhaft sonniger Wintertag mitten in den Semesterferien. Zeitgleich mit uns wollen auch noch viele andere auf den Gletscher, um die tollen Schneebedingungen voll auszukosten. Wir aber suchen in der wartenden Menge erstmal unsere Guides für diesen Tag, denn wir wollen heute etwas höher hinaus und mit zwei jungen Freeski Coaches des ÖSV (Österreichischer Skiverband) sowie ein paar anderen Familien in den Park und erste Versuche über Kicker und Rails wagen.

 

Die Kinder und Jugendlichen sind schon aufgeregt und können es kaum abwarten, bis die restlichen Teilnehmer eingetroffen sind. Endlich geht es mit der Eisgratbahn auf den Berg. Zur Gruppe hat sich in der Zwischenzeit auch der Tiroler Freestyle-Profi und Olympiateilnehmer Marco Ladner gesellt. Er hat seine Kamera dabei und wird unsere Erfolge im Park festhalten. Natürlich kennen die Youngsters seinen YouTube-Channel und sind Feuer und Flamme, dass sie den Tag mit einem Star verbringen dürfen.

 

Big Family Action Days: Tag 1 Parktag

FUN SLOPE ODER SNOWPARK? WO LIEGT DER UNTERSCHIED?

Nach den Aufwärmübungen an der Bergstation Eisgrat kommen wir mit ein paar Schwüngen auf der Piste in Fahrt und biegen bald nach rechts ab in eine Art Achterbahn aus Schnee. Durch Steilkurven und über Wellen geht es für die Kinder sowie Erwachsenen durchaus ohne Stopp bergab. Hier ist bereits gute Skibeherrschung gefragt, immer schneller wird man auf der doch schmalen Bahn, wo die Mutigen hinter den Coaches Gas geben und in wenigen Kurven auf und davon sind. Mit Parallelschwüngen wird man hier schnell zum „Störobjekt“, zischen doch links und rechts jüngere sowie ältere Skifahrer an mir vorbei.

So eine Fun Slope ist der beste und spaßigste Einstieg in trickreiches Skifahren, die kann man in einem Stück durchfahren, und man muss nicht mit größeren Hindernissen rechnen. Wer will kann auch über die Wellen springen und die Steilkurven wie in einem Boarder- oder Ski Cross Parcours oben anfahren. 

 

Im Auslauf der Fun Slope hat sich die Firma Faction mit den passenden Ski für uns positioniert. Begeistert von der kostenlosen Möglichkeit, die Pistenski gegen Twin-Tips auszutauschen suchen sich Groß und Klein die passenden Bretter aus, die der Ski-Service-Mann dann fachgerecht einstellt. Jetzt sind alle optimal ausgerüstet für die ersten Versuche im Park. Und da geht es nach der nächsten Auffahrt mit der Eisjochbahn auch gleich hin.

 

Manche der jungen Teilnehmer der BIG FAMILY Park & Powder Days haben schon ein wenig Erfahrung mit Boxen und Kickern, für die meisten Eltern ist es allerdings Neuland. Dass sich die „Oldies“ aber bereit erklärt haben mitzumachen, freut die Youngsters. Während sich die Mamas noch etwas zögerlich am Rande des Snowparkes bewegen, kommt bei den Papis schnell der Kampfgeist auf und sie wollen es ihren Kindern nachmachen. Ich will es auch wissen und versuche mich gleich mal an einer Box - einem schmalen Kunststoffblock über den man gleiten kann, wenn man bzw. frau dabei die Skier eng zusammenhält.

Family Park & Powder Day: Day I - Gruppenbild

PARKREGELN BEACHTEN IST ESSENZIELL

Gleich zu Beginn dieses BIG FAMILY Park Days lernen wir, dass das Zusammenspiel von mehreren Skifahrern und Snowboardern im Park nur funktionieren kann, wenn alle sich an gewisse Regeln halten. So erklärt uns der Coach, dass man immer warten muss, bis die Person vor einem den Sprung sicher gestanden hat und aus der Landezone raus ist, bevor man losfährt. Auch darf man sich – vor allem als Gruppe - nie im Lande- oder Auslaufbereich aufhalten. Die Coaches weisen uns immer wieder darauf hin. Leider erleben wir auch, wie andere Skifahrer und Snowboarder rücksichtslos durch den Snowpark durchfegen, als sei es eine Fun Slope und so uns und andere gefährden.

Big Family Action Days - Young Rider auf Rail

DIE MUTIGEN KOMMEN HÖHER HINAUS

Es braucht schon etwas Frechheit, um sich an immer höhere Sprünge und auch an Tubes oder Rails heranzuwagen. Wenn die Coaches es vormachen und Marco Ladner als Profi samt Kamera ganz locker hinterherspringt, sieht das so einfach aus. Schritt für Schritt erarbeiten wir uns aber jedes einzelne Obstacle und jeden Kicker. Die Coaches zeigen, wo der richtige Absprungpunkt ist, welche Geschwindigkeit es für welche Höhe braucht, und nehmen uns beim ersten Sliden über eine Box an die Hand.

Nach einer Stärkung im SB am Gamsgarten wird mit den beiden Freeski Coaches nachmittags noch fleißig weiter geübt. Während sich die einen schon ordentlich hoch hinauswagen auf den großen Kickern, gehen es die andern noch etwas gemütlicher auf den kleineren Jumps an.

Als dann um 15 Uhr die Shaper (Parkbetreuer) kommen, um den Snowpark zu schließen, damit sie die Kicker und Obstacles für den nächsten Tag wieder in Schuss bringen können, finden es nicht nur die Youngsters schade, dass dieser Park Day so schnell vergangen ist.

Family Park und Powder Tag: Übung LVS Gerät

ZWEITER TAG – POWDER DAY

Fahren im freien gelände gehört zu DEn PARK & POWDER Days natürlich auch dazu.

Am Sonntag begrüßen uns morgens zwei Berg- und Skiführer an der Talstation der Eisgratbahn. In dem bunten Treiben an Schnee hungrigen Skifahrern dauert es zwar ein wenig, bis alle Teilnehmer zusammengefunden haben und die Notfallausrüstung bestehend aus Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde an alle ausgegeben ist, umso größer ist aber die Freude, dass es an der Bergstation Gamsgarten auch für den Powder Day wieder die passenden Freeride- und Allmountain Ski für alle von Faction gibt.

Risikominimierung und Sicherheitsmaßnahmen. Was sagt uns der Lawinenlagebericht?

Vor dem Spaß im Gelände und einem Abstecher über den Pistenrand hinaus, muss man wissen, was man tut. Denn gleich hinter der Pistenmarkierung lauern diverse Gefahren. Also klären uns die Berg- und Skiführer erstmal über die Risiken, Ausrüstung und Verhaltensmaßnahmen fürs Skifahren und Snowboarden im alpinen Raum auf.

Wir hören von den Grundlagen der Lawinenkunde und auch, dass es mittlerweile eine Fülle an Informationen dazu im Internet gibt. Trotzdem gäbe es immer wieder Lawinenunfälle, die nicht hätten sein müssen, wenn die Beteiligten ein paar einfache Regeln beachtet hätten, wie die Gefahrenstufe im Zusammenhang mit Steilheit zu bringen – weil Lawinen eine Neigung brauchen, um abzugehen. Aber das sei eben der Faktor Mensch, der kritisch sei, sagt der erfahrene Bergführer.

Ab ins Gelände – aber mit Köpfchen

Dann geht es endlich los. Wir schnallen unsere Ski und Snowboards an, stellen das Verschüttetensuchgerät auf „Senden“ und fahren langsam und einzeln am Bergführer vorbei, der die Funktionstüchtigkeit unserer Geräte prüft. Safety Check nennt sich das und sollte am Beginn jedes Freeride-Tages mit allen Gruppenmitgliedern gemacht werden. An den Powder Department Checkpoints an Eisgrat und Gamsgarten gibt es dafür eine eigene Prüfstation, um sein Gerät selbständig zu testen.

Die erste Fahrt führt neben der Piste einen etwas schmaleren Korridor zwischen hervorschauenden Felsen Richtung Sessellift Fernau. Die wechselnden Schneebedingungen zwischen weichem Pulver und windgepresstem harten, zerfahrenem Schnee sind gar nicht so einfach zu meistern. Hier ist mehr Fahrkönnen als auf einer schön präparierten Piste erforderlich und es braucht auch Kondition. Das merken die Erwachsenen schon vor den Kids, die gleich hinter dem Bergführer locker hinunterschwingen.

 „Was für ein wertvoller Tag für die Kids und mich. Hat richtig Spaß gemacht, und wir haben eine Menge Input bekommen."
Sophie (Mama) mit Leni, Lorenz und Lara

Vor der Mittagspause gibt es noch zwei längere Geländeabfahrten mit etwas mehr Steilheit. Dann sind alle froh, als der Bergführer vor dem SB Gamsgarten abschwingt. Die Nudeln sind jetzt dringend notwendig, um wieder Kraft für weitere Runs im Powder Department zu haben.

Big Family Action Days: Lawinenverschütteten Suche Tag 2

Für den Nachmittag haben sich die Bergführer einen spielerischen Ansatz für eine Verschüttensuche überlegt. Die „Schnitzeljagd“ mit dem LVS-(Lawinenverschüttetensuch-)Gerät kommt vor allem bei den Kids gut an. Ihr Ehrgeiz wird entfacht, den simulierten Verschütteten schnellstmöglich zu finden.

Die Erwachsenen lassen den Kindern bei dieser spielerischen Übung gerne den Vorrang, nehmen aber einige Tipps für Suchübungen mit, die sich sogar im eigenen Garten machen lassen.

Wir alle - groß wie klein – haben Gefallen gefunden am Fahren im freien Gelände, weil der Adrenalinpegel höher ist, wenn man nicht genau weiß, was einem hinter dem nächsten Eck erwartet. Wir haben aber auch gelernt, dass man vor allem als Freeride Anfänger, zuerst an Skitechnik und Kondition arbeiten muss und dann am besten mit einem Berg- und Skiführer die ersten Ausflüge über den Pistenrand hinaus unternimmt. Der kennt nicht nur die tollsten Abfahrten, sondern weiß auch was in Punkto Sicherheit zu beachten ist.

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